Waldbrandgefahr bereits im April


Das Virus hält das öffentliche Leben weiterhin fest Geiselhaft und macht auch der Feuerwehr das Leben schwer. Viele wichtige Ausbildungen auf Amts-, Kreis- und Landesebene können nicht angetreten werden und bei jedem potenziellen Einsatz schwingt doch immer ein ungutes Gefühl mit. Der aktuelle Sonnenschein mag wiederum einige Gemüter positiv stimmen, wenn nur der Wind nicht wäre. Doch birgt die aktuelle Wetterlage ein enormes Gefahrenpotenzial. Die extreme Trockenheit der letzten Jahre setzt sich, wie es derzeit aussieht, nun auch weiter fort. Über den Winter abgestorbene Vegetation ist in den Wäldern noch nicht von neuem Grün überwachsen und stellt eine hohe Brandlast dar. Dieses trockene Material braucht unter den aktuellen klimatischen Bedingungen einen winzigen Funken um sich zu entzünden. Hierfür reicht ein achtlos entsorgter Zigarettenstummel oder die glühenden Bremsen eines Zuges entfachen einen kleinen Böschungsbrand, welcher sich in rasender Geschwindigkeit zu einer erneuten Katastrophe auswächst.

Der nicht unerhebliche Wind führt schließlich dazu, dass ein kleines Stroh- oder Böschungsfeuer binnen kürzester Zeit ein Flächenbrand entsteht. Wenn hier noch eine Munitionsbelastung vorliegt, wie vielerorts im Amt Grabow, entsteht schnell eine Einsatzlage ähnlich der 2019 auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Lübtheen.

Fehlende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind nicht die einzigen Probleme, welchen die Feuerwehren des Amtes gegenüber stehen. Seit den verheerenden Tagen in Lübtheen hat es keine nennenswerte Neubeschaffung an Fahrzeugen gegeben, die für den Spezialeinsatz „Waldbrand“ geeignet sind. Hierbei handelt es sich um Fahrzeuge, welche ein großes Wasserreservoir mit sich führen und geländegängig sind. Diese wären in der Lage zeitnah in unwegsameren Gelände einem entstehenden Wald- und Flächenbrand Herr zu werden, bevor sich dieser über mehrere Hektar auswächst. 

Zudem kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Bei einem zusätzlichen coronabedingten Waldspaziergang einmal mehr die Augen nach Müll, welcher ein Feuer entfachen kann, aufhalten und ggf. selbst adäquat entsorgen. Das betrifft u.a. spiegelnde oder gläserne Dinge. Im Wald und auf Wiesen ist das Rauchen zu unterlassen und auch glimmende Zigaretten sollten im Auto bleiben. Ebenfalls sollten nichtöffentliche Waldwege und Wiesen nicht befahren werden. Sollte man eine Rauchentwicklung oder ein Feuer entdecken, ist umgehend die Feuerwehr (112) zu verständigen. Eigene Löschversuche sollten bei Entstehungsbränden vorgenommen werden.